Komplikationen bei Hausgeburten: vorausschauendes Handeln und klare Kommunikation sind entscheidend

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Fachbeitrag zu Komplikationen bei Hausgeburten

Schon unter Klinikbedingungen besteht bei jeder Geburt die Gefahr, dass Fehler unterlaufen. Schlimmstenfalls mit gravierenden Folgen. Zwei der wichtigsten Voraussetzungen für das Vermeiden von Fehlern sind die richtige Einschätzung der Situation und eine klare Kommunikation. Das gilt vor allem bei der außerklinischen Geburt und Hausgeburten. Denn ohne die Infrastruktur einer Geburts-/Kinderklinik im Hintergrund ist es unerlässlich alle Vorkehrungen zu treffen, um einem Notfall begegnen zu können.

Handwerkliche Fehler zu vermeiden reicht nicht aus

Der Artikel schildert bespielhaft das Schicksal eines unter einer Hausgeburt geistig und körperlich schwer geschädigten Mädchens. Neben handwerklichen Fehlern haben in diesem Fall vor allem der Mangel an vorausschauendem Handeln und eine unklare Kommunikation dazu geführt, dass das Kind Zeit seines Lebens auf die Hilfe Dritter angewiesen sein wird.

Genaue Vorbereitung ist entscheidend

Um einen solch schwerwiegenden Geburtsschaden zu vermeiden, dürfe laut Gutachter von der die Hausgeburt betreuenden Hebamme erwartet werden, wenigstens die Rufnummern umliegender Kreißsäle, Kinderkliniken und neonatologischer Intensivstationen etc. vorzuhalten. Stattdessen wurde im geschilderten Fall die allgemeine Notrufnummer 112 gewählt und lediglich ein „Kind mit Atemproblemen“ gemeldet als das Neugeborene nicht spontan atmete. Der Leitstelle lagen somit keine hinreichenden Informationen vor, um sich ein zutreffendes Bild von der Lage machen zu können. So ging wertvolle Zeit verloren: Der Rettungsdienst konnte das dringend benötigte Kindernotfallteam der nächstgelegenen Kinderklinik erst hinzurufen, als ihm die Lage vor Ort klar wurde.

Fazit

Um Fehler zu vermeiden, muss jedes Geburtshelfer-Team bestens auf einen Notfall vorbereitet sein. Dazu gehört vor allem die Situation richtig einzuschätzen und die nötigen Maßnahmen klar zu kommunizieren. Sind diese Eckpunkte nicht gewährleistet, steigt das Risiko darauf aufbauender Fehler exponentiell. Besonders hoch ist das Risiko hierfür bei der außerklinischen Geburt einzuschätzen.

Den vollständigen Artikel aus der Zeitschrift „kinderkrankenschwester“ können Sie hier nachlesen.

Ein Beitrag von:

Axel Näther
Rechtsanwalt, Fachanwalt für Medizinrecht

Dr. Roland Uphoff, M.mel.
Fachanwalt für Medizinrecht,
Geburtsschadensrecht und Arzthaftungsrecht